Archiv für Mai 2013

Planwirtschaft im Kapitalismus – Rationen nach Quoten in Freiheit

Warum Planwirtschaft kein Widerspruch zum Kapitalismus ist und wie man eine Wirtschaft organisiert:

Sozialismus bezeichnet eine planwirtschaftlich organisierte Wirtschaft und Kommunismus eine planwirtschaftlich organisierte Wirtschaft, nur ohne Geld. Kapitalismus beschreibt das Gegenteil davon. Genaugenommen bezeichnen Sozialismus und Kommunismus nur, dass Privateigentum in Gemeinbesitz überführt wird, um davon Rationen nach Quoten zu verteilen. Genau wie beim Kapitalismus wird nur die Organisation einer Wirtschaft beschrieben, bzw. wie der Staat die Wirtschaft organisiert, jedoch nicht die Staatsform selber. Diese kann diktatorisch oder demokratisch sein und theoretisch sogar anarchistisch, wenn der Staat keinerlei Gewalt über seine Bürger ausüben würde.

Kommunismus oder Anarchie haben noch nie wirklich in größerem Maße irgendwo existiert, Sozialismus und Kapitalismus jedoch schon. Im sogenannten real existierendem Sozialismus ist der Staat meist diktatorisch aufgebaut und hat eine fast vollständig planwirtschaftlich organisierte Wirtschaft. Es gibt allerdings auch demokratisch aufgebaute Staaten mit ebenfalls stark ausgeprägter planwirtschaftlicher Organisation der Wirtschaft, trotz offiziellem Kapitalismus.

Der staatlich planwirtschaftliche Anteil an einer Volkswirtschaft bemisst sich in der sogenannten Staatsquote. In Ländern des ehemaligen Ostblocks betrug sie konsequenterweise bis zu 90%, mehr war einfach nicht möglich. In Ländern wie den USA oder der BRD beträgt sie heute, 2013 ad, immerhin 40-50%, Tendenz steigend. Historisch betrachtet muss man das Bestreben nach maximaler Staatsquote als gescheitert betrachten, wo hingegen das Bestreben nach minimaler Staatsquote jedoch großen Wohlstand beschert hat.

Belegbar am Beispiel der USA, Deutschland, Englands oder Frankreichs, spätestens seit der Zeit der industriellen Evolution. Zu Beginn des 20.Jahrhunderts betrug die Staatsquote in diesen Ländern nur 5-10%, was einen enormen wirtschaftlichen Aufschwung begünstigte und einigen Ökonomen zufolge, namentlich denen der Österreichischen Schule, auch ausreichend ist, um alle relevanten Aufgaben des Staates planwirtschaftlich zu finanzieren und zu organisieren. Doch im gleichen Maße wie die Staatsquote steigt, kann beobachtet werden, vermindert sich der allgemeine Wohlstand auch wieder.

Nur 5-10% planwirtschaftliche Organisation reichen aus, um alle gemeinschaftlichen Anliegen wie Hilfe für Bedürftige, Schwimmhallen, Wachschutz oder Straßenbau zu finanzieren. Die hohe Staatsquote Deutschlands oder der USA heute ergeben sich vor allem aus überteuerter Armee und Geheimdiensten, extremer Zinslast, verschwenderischen Subventionen und weiteren massiven Eingriffen in den Markt, sowie diverse Verlustübernahmen, besser bekannt als Banken- oder Griechenlandrettung.

Etwas Planwirtschaft ist jedoch notwendig, Zwang jedoch nicht und freiwillige Planwirtschaft kein Widerspruch zum Kapitalismus, sondern eine Ergänzung. Eine Ergänzung die überall dort auftritt, wo der freie Markt nicht in der Lage ist, eine Versorgungslücke marktwirtschaftlich zu schließen, dies von den Menschen aber trotzdem nachgefragt wird. Ausgedrückt durch freiwillige Überführung von Teilen des Privateigentums in Gemeinbesitz, um davon dem jeweiligen Zweck dienend, Rationen nach Quoten zu verteilen.

Planwirtschaft ist also eine Notwendigkeit, ohne die viele gemeinschaftliche Projekte auch auf einem freiem Markt nicht realisiert werden können. Es ist jedoch keine Notwendigkeit, jemanden zu planwirtschaftlichen Projekten zu zwingen. Es ist eine Notwendigkeit einfach darauf zu vertrauen, dass die Menschen dazu bereit sind, nur einen kleinen Teil ihrer Einkommen für gemeinschaftliche Projekte zu spenden, von dem auch sie profitieren.

Etwas anderes als darauf zu vertrauen, wird uns irgendwann auch nicht übrig bleiben, denn es besteht offensichtlich ein Zusammenhang zwischen dem Erfolg eines Wirtschaftssystems und dem Zwang den es benötigt, um real zu existieren.

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Die 5 Möglichkeiten eine Wirtschaft zu organisieren:

1. in Freiheit – Privatbesitz wird freiwillig in Gemeinbesitz überführt und benötigt daher überhaupt keinen Zwang.

2. mit Liberalismus – Privatbesitz soll möglichst wenig in Gemeinbesitz überführt werden und benötigt daher nur möglichst wenig Zwang.

3. mit sozialer Marktwirtschaft – Privatbesitz soll nur notwendig in Gemeinbesitz überführt werden und benötigt daher nur notwendigen Zwang.

4. mit Sozialismus – Privatbesitz soll so viel wie möglich in Gemeinbesitz überführt werden und benötigt daher so viel wie möglich Zwang.

5. mit Kommunismus – Privatbesitz soll vollständig in Gemeinbesitz überführt werden und benötigt daher vollständigen Zwang.

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Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen
Marktwirtschaft und Planwirtschaft:

marktwirtschaftlich -/+ planwirtschaftlich

Besitzer: privat – gemeinschaftlich

Einlagen: eigene oder geliehene – gespendet oder geraubt

Anforderung: wirtschaftlicher Gewinn – wirtschaftliche Ausgeglichenheit

Ziel: Profit durch Leistung – Hilfe durch Leistung

Mitgliedschaft: freiwillig oder erzwungen + freiwillig oder erzwungen

Verwaltung: individuell + individuell




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